Samstag, 27. September 2014

Frau Nowak und der erste Schritt

Worüber schon seit Monaten spekuliert wurde und was man mir bereits vor ca. 3 Monaten aus engsten Kreisen der Trainerin berichtete, ist nun geschehen: Maike Maja Nowak hat Stellung bezogen und sich von Barbara Ertel distanziert.

Etwas mehr Mut Frau Nowak. So wird das nichts.
In Ihrem Resümee erläutert Sie Ihre Beweggründe, so lange den Weg mit Frau Ertel beschritten zu haben, erklärt Ihre Passion zu den Strukturen bei Hunderudeln und führt an, weshalb sie sich nun von Frau Ertel distanziert.

Schon gibt es erste Reaktion. Gehässig und unsachlich wie gewohnt. Vom Absprung von einem springenden Zug ist die Rede. Und von dem Ziehen des Kopfes aus der Schlinge, bevor es ganz zu spät ist. Typisch Hundeszene. Wie bewertet man aber dieses Resümee sachlich und ohne Polemik?

Die Passion von Frau Nowak kann ich sehr gut nachvollziehen. Die Hundewissenschaft bestreitet die Typveranlagungen von Hunden keineswegs. Und der Magie, wenn mehrere Hunde miteinander harmonieren, sind in den letzten Jahren viele Hundehalter erlegen.

Doch mit ihrem Resümme, einer Endabrechnung also, überzeugt sie mich nicht. Nach anderthalb Jahren an der Seite von Frau Ertel will sie erst jetzt die diktatorischen Verfahrensweisen und deren Art mit Menschen umzugehen erkannt haben? Verfügt sie über so wenig Menschenkenntnis und Wahrnehmungsfähigkeiten, es tatsächlich erst jetzt erkannt zu haben? Das wäre ein Armutszeugnis für jeden Hundetrainer, der von der Wahrnehmung sowohl beim Mensch als auch beim Tier lebt. Das glaube ich ihr nicht. Dafür hat sie viel zu viel Gespür für Mensch und Tier, was sowohl im persönlichen Umgang mit Ihr spürbar wird (den ich zwar nicht hatte, aber mehrere mir nahe stehende Personen) als auch bei der Lektüre Ihrer Bücher.

Da erhebt sich doch eher die Frage, ob sie berechnend genug war, um diese bewusst in Kauf zu nehmen. Das wäre kein sympathischer Charakterzug. Oder vielleicht peu à peu in eine Situation kam, aus der sie nicht rechtzeitig raus kam und später nicht mehr wusste, wie sie es tun sollte.

Wie auch immer: Ihre Endabrechnung besteht aus 5/6 Erklärung Ihrer Hingabe für die Hundetypen und wie sie weiter machen möchte und gerade mal einigen wenigen Sätzen, die Ihres Rückzugs von den gemeinsamen Aktivitäten mit Frau Ertel erklären. Für mich zu wenig, um dies als einen vollständigen und ehrlichen Schritt anzuerkennen. Bei dieser Taktik muss sie eher damit rechnen, dass sie nun auch noch die letzten Sympathisanten, die zu ihr gehalten haben, verliert und sich noch weiter ins Abseits schießt.

Mein kollegialer Rat: Gehen Sie den ganzen Weg, Frau Nowak. Mutig, ehrlich, offen. Beschreiben Sie uns, in welcher Situationen sie sich befanden, was sie dabei fasziniert und was Sie abgestoßen hat. Und weshalb Sie so lange den Irrweg der Frau Ertel mitgegangen sind. Und ich bin sicher, dass Sie Verständnis und Absolution von der zuweilen so gnadenlosen Hundeszene ernten werden.

Talent als Schreiberin haben Sie ja mehrfach bewiesen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei.